Cuty wird Mama : Abschied nehmen

Hier bin ich wieder. Ich war lange Zeit nur nebenher aktiv, oder habe mich nur kurz zu Worte gemeldet. In der Zwischenzeit ist bei mir viel passiert.

Ich will mal von vorne Anfangen. Montag hatte ich ausnahmsweise mal eine Spätschicht und bin erst um halb Zehn Abends nach Hause gekommen. Mein Kater Moritz stand natürlich schon mit glühenden Hufen an der Türschwelle und wollte nach draußen – jagen, schauen was seine Freunde machen.

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Total gerädert von meiner Spätschicht habe ich Moritz einfach laufen lassen, ohne ihm – wie ich es eigentlich sonst mache – einen Kuss zu geben, und ihm zu bitten Vorsichtig zu sein. Diesen Abend bin ich nicht mehr dazu gekommen, Moritz zu verabschieden. Eine Stunde später, habe ich nur quietschende Reifen und ein dumpfes – ich will es mal nicht aussprechen – gehört.

In meinem Kopf ging soviel vor, ich habe niemals damit gerechnet, dass Moritz irgendwas passiert sein könnte. Er war immer so vorsichtig und hatte soviel Respekte vor Autos und anderen Menschen.

Leider habe ich seine weißen Pfoten von weitem schon erkannt. Er lag einfach so Hilflos auf der Straße, angefahren von einem BMW x5 (wie auch immer man diese Automarken nennt). Der Fahrer war, nach Zeugenberichten mit seinem Handy beschäftigt und hat Moritz nicht gesehen. Mir schwieren heute noch soviele Gedanken durch den Kopf …

Wieso hat der Fahrer nicht gewartet? Wieso hat er nicht geschaut ob Moritz noch lebt? Wieso hat er mir nicht geholfen? Wieso haben so viele andere Autofahrer angehalten und wollten mir helfen? Wieso Moritz? Wieso musste Moritz schon so früh gehen? Wieso konnte ich ihn nicht mehr helfen? Hatte er noch schmerzen? Was hat er gedacht? Vermisst er mich? 

Nun kullern bei mir auch wieder die ersten Tränen. Ich werde es einfach nie verstehen. Moritz war eine so besondere Katze.

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Moritz bei der WM 2014 ♥

Die ersten Minuten wollte ich es nicht realisieren, war am zittern .. hilflos kniend vor meiner Katze, die ich über alles geliebt habe und immer noch tue. In dem Moment war es mir egal, ob mich auch noch ein Auto anfährt. Total Banane, aber ich habe nur noch Moritz gesehen. Ich habe versucht ihn wieder zu beatmen. Ich hatte ihn auf meinem Arm und habe das Blut laufen sehen. Wieso tut mir jemand so etwas an und vor allem Moritz?? Wieso ist der Fahrer nicht konzentrierter gefahren?

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Moritz mit meinem DIY Blümchen.

Drei Jahre alt ist er geworden. Am 9.07. hätte er Geburtstag gehabt. Er hat mir so unglaublich viel Kraft und Liebe geschenkt. Er hat mich durch schwere und tolle Zeiten begleitet.

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Paukerei und Moritz dabei.

Er hat mir damals beim‘ Lernen geholfen. Als es in der Familie immer mal wieder schwere Krankheitsfälle gab, hat er mir immer wieder neuen Mut gegeben.

Ich kann es nicht in Worte ausdrücken, welches Loch Moritz hinterlassen hat. Er war für mich mehr als nur eine Katze – er war mein Baby, mein Mori, Mokitzen, Van de Maukitzen mein bester Freund.

Ich wünsche keinen Menschen auf der Welt etwas schlimmes, aber den Fahrer – ich hoffe er wird von Albträumen verfolgt. Ein Leben ohne Moritz fühlt sich so unheimlich blöd an. Für alle die keine Katzen haben, bitte hinterlasst keine sinn freien Kommentare, die mich runterziehen.

Meine Story hier hat keine Struktur. Es ist mir egal.Jeder Tag mit Moritz war ein anderer, besonderer unstrukturieter Tag. Ich war seine Katzen Mama und habe alles getan, damit es ihm gut geht.

Montag Abend haben wir ihn leider schon beerdigen müssen, weil er nach zwei Stunden in seinem Körbchen – bei uns ihm Wohnzimmer angefangen hat zu riechen.

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So schnell kann Leben enden. So schnell ist alles vorbei.

Ich liebe Dich Moritz. Ich hoffe du siehst uns. Ich hoffe dir geht es gut, da wo du jetzt bist. Du warst mir immer ein treuer Weggefährte und hast mir soviel Kraft gegeben. Du wirst immer meine Nummer 1 bleiben ♥

Er fehlt mir soooooooo sehr. Morgens wenn ich aufstehe – Abends wenn ich nach ihm schauen möchte – wenn ich von der Arbeit wieder komme. Immer.


 Fortsetzung folgt – leider ohne Moritz.

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10 Gedanken zu “Cuty wird Mama : Abschied nehmen

  1. Sowas tut unendlich weh – aber: Keiner macht das mit Absicht und ich weiss aus eigener Erfahrung, dass ein sofortiger Tod für Moritz besser war, als wenn er noch gelebt hätte, gelitten hätte und ihr ihn hätte einschläfern lassen müssen. Denn genauso ging es uns….und das ist richtig Scheisse! Ein Katze, die schreit vor Schmerz und der Du nicht mehr helfen kannst…..
    Und es kommen wieder bessere Tage – als langjährige Katzenmama weiss ich das! Cuty schafft das! 🙂

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  2. Es tut weh, das kenne ich leider auch. Was du geschrieben hast hat mir die tränen entlockt. Sowas wünscht man keinem. 😦

    Aber es ist einfach so..sowas passiert. Es passiert einfach.

    Meine Katze..sie war ALLES! für mich, ist am 12.2.2012, mit 3 Jahren, 3 Tage nach der Kastration gestorben. Sie war bei meiner Tierärztin zu Hause. Ich wollte sie retten. Und deswegen ist sie ohne mich gestorben.

    Diese Betäubung kenne ich..als bei mir um 18:58 Uhr DER Anruf kam, sagte ich zu ihr, dass sie lügt. Ich glaubte ihr nicht. Erst 10 Minuten nach der Nachricht, bin ich dann zusammen gebrochen.

    Wusste einige Tage nicht, was ich machen soll. War taub. Bin zur Tierhilfe, nur um einmal kurz ein Schnurren zu hören.

    Da war eine Katze. Sie wurde kürzlich kastriert – und IHR ging es gut. Sie wurde vom Vorbesitzer verlassen in der Wohnung zurück gelassen und ließ niemanden an sich heran. Egal. Ich hab mich in ihr Zimmer gesetzt. Und sie kam auf mich zu.

    Und irgendwie habe ich sie dann mitgenommen. Sie tat mir leid. Ich nahm sie trotz enormer Schuldgefühle mit. Und sie ist jetzt immer noch da. Es hat gedauert, bis ich sie lieb haben konnte, aber mit viel Geduld, hat diese Katze mir geholfen. Und das obwohl sie die Hilfe brauchte.

    Aber der Tag und die Tage bevor meine Katze gestorben ist, die verfolgen mich bis heute. Aber es tut weniger weh. Ich mache das beste daraus.

    Ich schicke dir ein Gedicht, mir hat es sehr geholfen. Es hat mich positiv denken lassen.

    Das Testament einer Katze (von Margaret Trowton)

    Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament
    um ihr Heim und alles, was sie haben
    denen zu hinterlassen, die sie lieben.

    Ich würde auch ein solches Testament machen,
    wenn ich schreiben könnte.

    Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner
    würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
    meinen Napf, mein kuscheliges Bett,
    mein weiches Kissen, mein Spielzeug
    und den so sehr geliebten Schoß
    die sanft streichelnde Hand,
    die liebevolle Stimme,
    den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,
    die Liebe, die mir zu guter Letzt
    zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,
    gehalten im liebenden Arm.

    Wenn ich einmal sterbe, dann sag bitte nicht:
    „ Nie mehr werde ich ein Tier haben,
    der Verlust tut viel zu weh!“

    Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze aus
    und gib ihr meinen Platz.

    Das ist mein Erbe.
    Die Liebe , die ich zurücklasse, ist alles,
    was ich geben kann.

    -es wird besser, liebe cuty, es wird weniger weh tun. Die guten Bilder, die guten Erinnerungen, die werden diese Trauer wieder verdecken. Du wirst an ihn denken, an alles, was er machte, was dich vielleicht nervte, was dich glücklich machte, was süß war, was lustig war..und du wirst über alles lächeln können. Diese wenigen schlimmen Tage werden hinter der tollen Zeit verblassen.

    Gefällt 2 Personen

    1. Hey, danke für deine tolle Nachricht. Deine tollen Worte und vor allem das Gedicht, was mich wieder die Tränen entlockt hat. Du hast wahrscheinlich Recht, irgendwann wird es nicht mehr so weh tun. Ich habe mich auch blöd gefühlt, direkt einen Tag nach seinem Tod eine andere Katze zu uns zu holen … aber es war wahrscheinlich Schicksal. Davon werde ich auch noch berichten. Ich finde so viele parallelen zwischen deinen Erzählungen, deine Gefühle und meine. Fühl dich gedrückt, von Katzenmama zu Katzenmama.♥

      Gefällt 1 Person

  3. Er fehlt, aber wenn ich die Fotos sehe schaut mich ein glücklicher Kater an. Ihr hatten eine tolle wenn auch kurze Zeit miteinander, daß bleibt. Mach dir keine Vorwürfe, daß du ihn rausgelassen hast! Katzen brauchen ihre Freiheit auch wenn sie ihr Leben möglicherweise verkürzt.
    Ich weiß es ist noch viel zu früh und er ist nicht zu ersetzen, aber ich möchte nur an die unzähligen Katzen in den Tierheimen erinnern, die auch gerne ein solches tolles Katzenleben führen würden.Alles Liebe!

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  4. Hi Cuty,
    Das tut mir sehr leid. Ich kenne das. Ich habe vor 4 Jahren 2 meiner Hunde innerhalb von 4 Wochen Einschläfern müssen. Der Rüde, es war eine Dt. Dogge war 10 Jahre alt, also für eine Dogge ein Methusalem. Aber trotzdem, es tat weh. 4 Später musste ich das Mädchen, es war ein Mischling einschläfern lassen. Sie hatte nach dem Tot des Rüden einfach das Fressen eingestellt. Sie wollte ohne ihn nicht sein.
    Aber der Schmerz geht vorbei. Wir wollten auch keine Hunde mehr, aber ein JAhr später hatten wir wieder eine Dogge.
    Lass dich drücken.
    Uli

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