Its a Present for you

Wie ihr ja wisst, arbeite ich im Einzelhandel

Die Firma werde ich natürlich nicht nennen. Gestern habe ich etwas durchaus lustiges erlebt. Und zwar musste ich das erste mal nach tausend Jahren ENGLISCH sprechen. Ich und Englisch, da graut es mir. Selbst der deutschen Rechtschreibung bin ich nach gut 18 Jahren noch nicht so vertraut, das ich damit einen Preis gewinnen würde.

Nennen wir den Kunden mal Hubert. Hubert ist Mitbürger, aber nicht aus unserem Land. Ich weiß nicht ob es ein Flüchtling war oder einfach jemand der hier hin gezogen ist. Was gibt es da auch für einen Unterschied? Bescheuert das ich das Thematisiere, dass wird wohl die Engstirnigkeit uns Deutscher sein, uns über so etwas überhaupt Gedanken zu machen.

Jedenfalls, war es kurz vor Ladenschluss. Ich alles fertig gemacht um nach Hause zu gehen. Da fragt mich Hubert – natürlich auf Englisch – wie teuer der Artikel ist. Ich total schockiert darüber, dass Hubert nicht Deutsch spricht und ich mein Gehirn auf Englisch umschalten muss, renne zur Kasse schaue ob ich den Preis finde … natürlich nicht. Nach vielem hin und her haben wir es ihm dann geschenkt.

Ja nette Geste denkt man sich. Aber dass Hubert erst mal auf meinem alten Englisch aus Schulzeiten beizubringen, dass es umsonst ist und wir keinen Preis dafür haben war echt ein richtiger Akt.

ICH : Ehm… We dont have a Price for this.

Hubert : (schaut mich an, als würde ich vom anderen Planeten kommen)

Arbeitskollegin : You can go Home with this. Be Happy and go Home with this. (Ihr Schulenglisch ist nochmal ein Jahrzehnt länger her als meines :D).

Hubert : Oh no. I pay for it.

ICH: Its a gift, a present from me for you. You dont must pay for it. Its okay.

Somit war das Gespräch beendet und Hubert eher beleidigt als erfreut darüber ein Schnäppchen gerissen zu haben. Ob er sich am Ende vor Scham nicht gefreut hat, oder doch unbedingt etwas dafür bezahlen wollte? Man weiß es nicht. Ein Englisch Kurs wäre für mich zur Auffrischung auf jedenfall mal nicht verkehrt.

Ich finde solche Menschen einfach zum knutschen, die mich nett und vor allem mit einem lächeln um Hilfe bitten oder einfach eine Frage haben. 🙂

Heutzutage sollte man die „alte Schule“ wirklich schätzen. Ich wurde von meinen Eltern so erzogen, dass ich IMMER (einfach wirklich IMMER) danke und bitte sage. Bei manchen Senioren … naja, scheint dass Leben schon genug Narben der Zeit hinterlassen zu haben.

Aber es gibt wiederum auch Kunden, die freuen sich mich zu sehen. Ich erzähle euch auch gerne einmal etwas über … nennen wir ihn Olaf. Ja wie ein Olaf sieht er wirklich aus hihi. Einer meiner nettesten Kunden 🙂 Da geht immer die Sonne auf, wenn er einkaufen kommt.

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