[Interview|Autorin] Sonja Bethke – Jehle

Gerne stelle ich euch heute Sonja Bethke Jehle vor. Kennengelernt habe ich Sonja in einer Büchergruppe. Ihr Buch hat mich total angesprochen – gelesen habe ich es leider noch nicht, daher kann ich euch meine Meinung zu ihrem Buch leider noch nicht sagen. Dafür gibt es aber vorab erst einmal ein nettes Interview mit Sonja.


Klappentext 

12067231_10207883415506476_133583202_nBen und Zita sind frisch verliebt. Doch sie dürfen nur wenige Wochen der Unbeschwertheit erleben. Das Schicksal zwingt sie von heute auf morgen dazu, sich neu zu orientieren. Ein Unfall stellt sie auf eine harte Probe, als Ben schwer verletzt und mit einem Leben im Rollstuhl konfrontiert wird.
Bei der Aussicht darauf, sich mit einer bleibenden Behinderung arrangieren zu müssen, reagiert er überfordert. Er zweifelt, ob Zita diese Herausforderung mit ihm bestehen und die Beziehung dieser Belastung standhalten kann. Zu seiner Überraschung verspricht Zita, bei ihm zu bleiben.

Allerdings ahnen die beiden nicht, welch steiniger Weg vor ihnen liegt, und was er ihnen abverlangen wird.


Sonja Bethke – Jehle wurde am 7.11.1984 im Odenwald geboren. In Mannheim studierte sie Wirtschaftsinformatik. Heute lebt sie an der Bergstraße. Das Lesen und Schreiben ist bereits seit der Kindheit eine große Leidenschaft von ihr. Am liebsten schreibt sie über Menschen, die Grenzen überwinden, für Barrierefreiheit kämpfen oder eine große Herausforderung bestehen müssen. ‚Das Leben steht still‘ ist der erste Roman, den sie veröffentlicht. Zwei weitere Teile werden folgen, und auch andere Projekte sind in Planung. Informationen zu der Autorin finden Sie im Internet unter http://www.sonja-bethke-jehle.de. Quelle:Sonja Bethke – Jehle
  • Einband : Taschenbuch
  • Seiten : 256
  • Preis : 9,99€ und als Kindle Edition 3,99€
  • Leserstimmen
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Ich freue mich Sonja Bethke – Jehle auf meinem Blog begrüßen zu dürfen. Ich finde es wichtig, auch Indie – Autoren eine Chance zu geben. Kommen wir zu dem Interview. Ich freue mich.

Wie bist du darauf gekommen Bücher zu schreiben? Geschrieben habe ich schon immer gerne, also zumindest solange ich denken kann. Ich weiß noch, dass ich als Kind die Winnetouabenteuer von Karl May umgeschrieben und mich als heldenhafte Begleiterin von Winnetou und Old Shatterhand hinzugedichtet habe. Später als Jugendliche kamen Drehbücher zur Serie „Unsere kleine Farm“, Liebesgeschichten über Leonardo DiCaprio und Harry Potter Fanfiction dazu. Zwischendurch hatte ich immer wieder Jahre, in denen ich gar nichts geschrieben habe. Doch je älter ich wurde, desto dringlicher wurde in mir der Wunsch, meine Werke auch mit anderen zu teilen. Ich begann Kurzgeschichten für Krimiwettbewerbe zu schreiben und verfasste kurze Liebesgeschichten. Bei Ben und Zita habe ich gespürt, dass das etwas sein könnte, das die Menschen ansprechen könnte, und somit habe ich immer weiter daran geschrieben und herumgefeilt, bis ich zufrieden war und mich getraut habe, es meinen Testlesern zu geben. Die ersten, die davon erfuhren waren meine Schwester und mein Ehemann – und die blieben auch lange Zeit die Einzigen, mit denen ich das Geheimnis teilte.

12081430_10207883415666480_1549691533_nWieviele Bücher hast du bis jetzt geschrieben? 3 Bücher, die die Umdrehungen – Trilogie bilden. Lediglich der erste Band ist bereits veröffentlicht. Die anderen zwei müssen noch gründlich überarbeitet und glatt poliert werden. Momentan schreibe ich außerdem an einem vierten Buch, dessen Plot momentan aber noch mein Geheimnis bleiben soll.

Möchtest du dich auf Dauer selbst verlegen oder suchst du aktiv nach einem Verlag? Die Entscheidung die Umdrehungen Trilogie selbst zu verlegen war eine Entscheidung, für die ich einige Wochen benötigt habe. Ich weiß, mit wieviel Aufwand es verbunden ist, ein Buch einem Verlag oder einer Agentur anzubieten – und ich habe mich ganz bewusst entschlossen, meine Energie lieber für etwas anderes zu verwenden. Wenn man seine Bücher selbstverlegt hat man auch die Chance sehr viel zu lernen über Vermarktung, Buchcover, Presse- und Buchhandelkontakte sowie Preisgestaltung. Viele Kollegen, die nur über Verlage veröffentlichen, haben manchmal gar keine Ahnung, welche Arbeit dahinter steckt. Ich bin froh, dass ich diesen Weg gegangen bin und bereue es nicht. Ich glaube, dass ich durch die Art der Veröffentlichung schon mehr gewonnen als verloren habe und wenn es nur die Erfahrung ist. Das heißt aber nicht, dass ich mich jederzeit so entscheiden würde. Gerne möchte ich auch als Verlagsautorin erfahren wie es ist mit professionellen Lektoren und Marketingprofis zu arbeiten und glaube, dass ich durch diese Zusammenarbeit noch sehr viel lernen kann – andere Dinge, die ich bisher gelernt habe, und strebe an, mein nächstes Buch einer Agentur anzubieten.

Schreibst du dir Notizen? Wenn ja wie viele Notiz Blöcke liegen bei dir rum? Ich habe ein Notizbuch, in das ich alles schreibe, was wichtig ist oder was zumindest von mir so empfunden wird. Von Namen von interessanten Bloggern über Zeichnungen von Zitas Kleidern bis hin zu medizinischem Fachwissen über Querschnittlähmung findet man dort alles. Leider lasse ich das Notizbuch oft irgendwo liegen und finde es dann nicht. Dann schreibe ich mir Notizzettel, die irgendwann mit Tesa ins Notizblock geklebt werden müssen. Ich weiß, das ist unnötige Arbeit, die ich mir sparen könnte, aber jeder Versuch mir mehr Ordnung anzugewöhnen ist bislang gescheitert.

Wie bist du auf die Idee dieses Buches gekommen? Was hat dich inspiriert? Ein Mann, ein Rollifahrer, hat mich in einer Bahnhofshalle angesprochen. Der Aufzug war kaputt und er wollte von mir wissen, ob es einen anderen Weg zu den Gleisen gäbe als die Treppe. Ich habe mich sofort unbehaglich gefühlt, wurde rot im Gesicht und habe gestammelt. Ich wusste nicht, wohin ich schauen sollte, und habe solch einen verlegenen Eindruck gemacht, dass er mich lachend und sehr freundlich damit getröstet hat, dass er es gewöhnt sei, dass er aber eigentlich ein ganz normaler Mensch ist, vor dem man weder Angst haben noch den man bemitleiden muss. Seine offene und lockere Art hat mich dazu gebracht, mich zu entspannen und wir haben uns noch recht nett unterhalten. Sobald ich im Zug saß (für ihn gab es leider keine Alternative, er musste wieder zu seinem Auto zurück) habe ich mir überlegt, wie schade es eigentlich ist, dass Behinderung nach wie vor so ein schwieriges Thema ist. Darüber wollte ich schreiben – mit dem Ziel, die Scheu der Menschen zu nehmen, und die Distanz zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten zu verringern oder gar zu eliminieren. Auch darüber handelt mein Buch. Benny findet – größtenteils im zweiten Teil der Trilogie – Wege und Strategien, wie er anderen Menschen begreiflich macht, dass er immer noch der selbe Mensch ist, zwar mit Rolli unterm Hintern und durch die Verletzung geprägt, aber nach wie vor ein guter Partner und ein guter Kumpel mit dem man lachen und weinen kann.

In welchen Autorenforen bist du angemeldet, bist du dort auch aktiv? Ich habe mich zum einen im deutschen Schriftstellerforum angemeldet zum anderen in einem Forum meines BOD-Verlags. Auf der letzteren genannten Plattform finde ich oft konkrete Hilfestellung zum Book on Demand – Verfahren, im deutschen Schriftstellerforum umfassende Ratschläge zu Schreibstil und Grammatikfragen. Es macht mir sehr viel Spaß gemeinsam mit anderen Menschen an einem Text zu basteln und zu werkeln. Wir sind nicht immer einer Meinung, aber gerade die Diskussion über Satzbau und Wortsynonymen sind sehr spannend. Ich kann sehr viel für mich mitnehmen und lerne dort viel.

Dein perfekter Schreibort? Ganz egal. Bevorzugt schreibe ich an meinem Schreibtisch in meinem Büro, aber ich kann theoretisch überall schreiben. Ob über die Weihnachtsfeiertage bei meiner Schwiegermutter im Schwarzwald oder im Sommerurlaub an der Nordsee ist mir egal. Hauptsache mein Laptop und mein schon oben erwähnter Notizblock ist vorhanden. Internetzugang ist im Übrigen nicht sehr wichtig. Manchmal ist es sogar sehr schön, wenn ich nicht ständig abgelenkt werde und mich wirklich nur auf mich und das Schreiben konzentrieren kann. Und Musik ist wichtig. Allerdings ohne Gesang, sondern nur Instrumental. Am liebsten höre ich Soundtracks, die ganz besonders gewaltig sind. Das erste Buch der Umdrehungen – Trilogie „Das Leben steht still“ entstand zu großen Teilen zur Filmmusik von Inception und Herr der Ringe. Momentan schreibe ich gerne während der Soundtrack von Interstellar, Game of Thrones, Vikings und Batman läuft. Aufgeräumt muss es nicht sein. Es ist nicht selten, dass großes Chaos herrscht. Das macht mir aber nicht viel aus.

Vielen Dank für das Interview! Es hat mir viel Spaß gemacht!


Ich bedanke mich bei Sonja für das super Interview. Noch nie habe ich solch‘ Informative und ausführliche Antworten bekommen. Herzlichen Dank.

Eine Rezension zu Sonja Bethke – Jehle´s Roman ‚Umdrehungen – Das Leben steht still‘ folgt noch. 

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