Gedanken über Gedanken

Mir fällt heute wirklich nichts besseres ein, als einfach drauf los zu schreiben.

Die Nacht konnte ich wieder mal überhaupt nicht schlafen. Ausnahmsweise mal nicht wegen Zahnschmerzen, sondern weil mein Freund sich so unglaublich dick gemacht hat im Bett. Nach vielen flehen, mir endlich mal mehr Platz im Bett zu gewähren, habe ich meine Sachen gepackt und bin aufs Sofa umgezogen.

Wenn es das nur gewesen wäre. Danach ging es erst ordentlich los. Meine Katzen haben seid zwei Wochen Durchfall. Ich weiß, ich sollte schon längst beim Arzt gewesen sein – wo wir auch morgen hingehen. Es bringt ja nichts. Als ich mich dann gerade hinlegen wollte – auf meine total unbequeme Couch – fing Tom an, einen dicken Küttel abzulassen. Ihr müsst dabei Wissen, dass meine Wohnung ziemlich klein ist, und ich gestern Nacht echt gerne eine Atem – Maske gehabt hätte. Es stinkt so bestialisch, als hätte jemand faule Eier – nein, ein Kilo faule Eier in die Ecke gelegt.

Anstatt mich dann gemütlich in den Schlaf zu wiegen, musste ich bei gefühlten Minus 20 Grad erst mal lüften. Brrr… Als ich es dann aufgegeben habe, endlich in den Schlaf zu finden, habe ich mein Buch ausgelesen. Immerhin habe ich etwas sinnvolles gemacht. Da ich heute sowieso nicht arbeiten musste, war dass alles nicht so tragisch. Aber diese Nacht – OH BITTE – muss ich einfach schlafen können. Vielleicht brauche ich einfach mehr Bewegung.

Dabei muss ich sagen, dass mir derzeit echt viele Gedanken durch den Kopf gehen. Nicht alle sind positiv, eigentlich sind alle negativ. Ich mache mir einfach zu viele Gedanken. Als würde es nicht reiche, mich um mein eigenes Leben zu kümmern, habe ich das Gefühl für meinen Freund mitdenken zu müssen. Meine Eltern sind gesundheitlich auch nicht mehr Top Fit, vom finanziellen mal ganz abgesehen. Was will man auch erwarten, wenn beide erkranken und vorzeitig in Rente gehen müssen?

Es ist schon echt unfair, wie einem dass Leben manchmal mitspielt. Ich Predige es eigentlich jedem, der anfängt zu meckern, dass wir zufrieden sein können, mit dem was wir haben. Im „echten Leben“ bin ich auch nicht so ein Weichei wie hier. Es ist nun mal mein Blog, meine Seiten – ich erzähle gerne und viel. Vielleicht ist es der Ausgleich zur Realität.

In meinem Alltag vermeide ich es, groß über mich und meine Sorgen zu reden. Egal mit wem, meine Mutter – und ich habe echt ein gutes Verhältnis zu ihr, seid dem ich ausgezogen bin – ist wie eine beste Freundin für mich. Aber all meine Probleme und Sorgen kennt sie nun wirklich nicht, zu mal ich ihr diese nicht aufdrücken möchte. Mein Freund hat selber genügend mit sich selbst zutun. Tom und Jerry bekommen allerdings schon einiges mit, sie hören mir zu und beruhigen mich mit ihrem schnurren. Ich liebe meine beiden Tiger einfach.

Ich glaube fest daran, dass beide mich verstehen. Alle Katzenbesitzer werden mich jetzt wahrscheinlich verstehen. Ich bin nicht kurz vorm Durchdrehen, wobei ich das manchmal doch vermute.


Ich höre gerade Ironic von Alanis Morissette, ein absolut Klasse Song. Was rede ich da? Wie gesagt, ich schreibe heute einfach drauf los. Die Zeilen entstammen meinem völlig matschigen Hirn.


Ist es nicht verrückt, was wir in unserer Jugend dachten? Zumindest ich, habe es mir immer anders vorgestellt. Ich habe mich immer darauf gefreut älter zu werden. Jedes Jahr habe ich entgegen gefiebert und gehofft endlich meine eigenen Entscheidungen treffen zu können. Heute wird mir manchmal vieles zu viel. Ich wünsche mir, noch einmal Kind sein zu dürfen, nur für einen Tag.

Ich habe heute noch den Geruch vom Sommer 1993 oder 1994 in meiner Nase. Ist es nicht verrückt? Da war ich gerade einmal zwei oder drei Jahre alt. Aber ich sage es euch, ich kann mich immer noch daran erinnern, als wäre es gestern gewesen. Ich saß mit meinem Papa – der damals noch gesund war – im Planschbecken unter unserem großen Birnen Baum (Oh, habe ich die Birnen geliebt) und haben mit LEGO gespielt. Ich habe immer wild drauf zu, in die oberen Öffnung von unserem selbstgebauten Eimer Wasser geschüttet. Ich sehe meinen Papa heute noch vor meinen Augen, wie er vor mir saß, und so glücklich war.

Ich hatte durchaus eine schöne Kindheit. Auch wenn mein Papa früh erkrankt ist und es nicht immer einfach war. Ich will überhaupt kein Mitleid. Es ist einfach schön, mal die Gedanken schweifen zu lassen – dankbar zu sein.

Auch wenn ich echt ein wirklich anstrengendes Kind war, viel Mist gebaut habe in meiner Teenie – Zeit, bin ich froh solch tolle Eltern zu haben.

Heute bin ich schon sechs Jahre mit meinem Freund zusammen. Wir leben in einer 40qm² Wohnung mit unseren zwei Katzen. Ich muss jeden verdammten Pfennig umdrehen und sehne mich so nach der Freiheit, die ich dachte mit meinem 18. Lebensjahr endlich zu bekommen. Freiheit ist so ein dehnbarer Begriff. Die Medaille hat immer zwei Seiten.

Klar bin ich ein freier Mensch, ich kann tun und lassen was ich möchte. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu gemütlich um irgendwas zu ändern. Vielleicht auch zu engstirnig. Mit meinem Blog habe ich mir bereits ein großes Stück Freiheit zurück geholt. Ich schreibe und schreibe und schreibe, einfach so. Wie mir der Mund gewachsen ist. Mit Rechtschreibfehlern, und wahrscheinlich einer Menge falscher Satzzeichen. Aber es ist mir egal. Meine Gedanken ändern sich nicht durch ein Satzzeichen.

Ganz im Ernst, ich würde mir wahrscheinlich keinen Beitrag mit knapp 1000 Wörtern durchlesen. Also bin ich euch auch gar nicht böse, wenn ihr es ebenfalls nicht macht. Es tat nur gut, mal einfach drauf los zu tippen. Ich könnte noch stundenlang so weitermachen, wenn mein Hackbraten nicht warten würde.

Ich danke euch, dass ihr da seit 🙂 Ihr gebt mir an dunklen Tagen soviel Kraft. Vielleicht ist es ja eine Art Therapie für mich, einfach zu schreiben. Dinge zu sagen, die ich mich sonst nicht traue zu sagen. Immerhin liest hier nur jemand mit, den es Interessiert – der  Rest besucht meinen Blog erst gar nicht, oder geht wieder. Im echten Leben würde ich wahrscheinlich wieder tagelang darüber nachgrübeln wieso ich abgelehnt worden bin. Aber hier bekomme ich es nicht mit. Super oder?

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9 Gedanken zu “Gedanken über Gedanken

  1. Ich drück dich mal ganz doll aus der Ferne. Kenne genau deine Gedanken sehr gut. Mein Papa war auch 3 Jahre schwer krank und hat es aber leider nicht geschafft. Viele harte Zeiten und auf einmal ist die Unbeschwertheit dahin und man muss sich durchbeißen. Wäre auch so oft einfach noch mal klein und sorgenfreier 🙂

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    1. Umarmungen aus der Ferne sind beinahe so gut wie richtige. Danke 🙂 Schön dass du mich verstehst. Es war mir irgendwie mal danach einfach zu schreiben. Und ich denke, bei dir ist es richtig angekommen. Mitleid bekommt man oft genug im Leben zugesteckt obwohl man es nicht möchte, und vor allem gar nicht braucht.

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      1. Genauso ist es! Ich hatte am Wochenende ein ähnliches Erlebnis, das mir so ein Emotionschaos hinterlassen hat 🙂 bin nur noch nicht dazu gekommen, es runterzuschreiben, da ich momentan einfach den Kopf zu voll hab mit Fahrschule und Jobs und eventuell Vorstellungsgespräch und Zeugs! Waaaah wir verstehen uns da ja 🙂 das sind keine Mitleidsgeschichten, was viele denken. Manchmal reicht einfach ein: he, ich versteh was du meinst *knuff* 🙂 ohne künstliches bedauern was meist einfach eh nur unangebracht ist

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  2. Auch wenn ich dich verrücktes Huhn erst 2 Tage kenne habe ich das Gefühl mit einer langen Freundin zureden 😀 ich drücke dich jetzt einfach mal so und hoffe das alles besser wird (Y) das mit den Satzzeichen ist nicht schlimm hab ich auch vorallem mit Kommas 😀 Also Kopf hoch Krönchen rücken und weiter gehen 🙂
    LG Anno

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  3. Hallo Mädel, wir kennen uns nun schon einige Zeit. Zwar nur über den Blog aber trotzdem. Ich kenne diese Gefühle und Gedanken, man muss mit ihnen leben und versuchen das Beste daraus zu machen. das ganze hört sich zwar blöde an, aber wir haben folgenden Spruch in der Familie “ Geht nicht gibt´s nicht, versuch es erst einmal“ und dann kann man immer noch sagen es ging nicht.
    Schau positiv in Deine Zukunft, versuche auch aus dem Negativen etwas positives zu finden.
    Du hattest kein Platz im Bett, falsch, Du hattest Zeit ein Buch zu Ende zu lesen. so kann man die Liste fortsetzen. ich hoffe meine Gedanken geben dir etwas Trost, falsch meine Gedanken geben Dir Trost und muntern Dich auf.

    Fühl dich Geknudelt aus dem ferrnen Bayern
    GLG
    Dein vom Alter her Opa
    Uli

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