***BEKENNTNIS***

Ich mag mich selber nicht. Ja, es ist echt kaum zu glauben, aber ich mag mich nicht. Ich könnte morgens kotzen, wenn ich in den Spiegel schaue. Es gibt Tage, da mag ich mich dann doch. Aber an vielen der anderen Tage könnte ich wirklich sprichwörtlich kotzen. Ich kenne hier, in dieser Stadt niemanden. Meine Arbeitskollegen sind irgendwie anders als ich, anders gestrickt – wie man so schön sagt.

Am liebsten würde ich den ganzen Tag in meinem Bett oder in der Badewanne liegen. Aber dass geht nun mal nicht. Am Ende des Monats ist dass Geld sowieso schon so knapp. Nebenbei arbeiten gehen darf ich nicht, dies verbietet mir mein Arbeitgeber. Also bin ich ein Sklave meines Chefs. Klar ist die Arbeit okay, aber dass war es dann auch schon. Man kann sich alles gut – oder eben schlecht reden. Viel zu viel Arbeit ist in viel zu wenig Zeit zu erledigen. Logisch, wer möchte nicht den meisten Profit aus etwas schlagen? Und wenn es dann zwei mal im Jahr Sonderzahlungen gibt, werden die auch erst einmal – mit der falschen Gehaltsklasse – ordentlich versteuert. Da macht dass aufstehen doch Freude. Andere machen es richtig, sitzen zu Hause rum, machen nichts – und verdienen dabei Geld. Auf deutsch gesagt, lassen diese sich einfach vom Staat aushalten.

Ich möchte meine Katzen etwas bieten, meinen Mann und am Ende doch mir selber am meisten. Ich gehe arbeiten und habe hier keine Freunde mit denen ich mich zum Ausgleich amüsieren kann. Tag und Nacht sitzen hier die Freunde von meinem Freund herum, weil diese nichts mit ihrem Leben anzufangen wissen. Jetzt sagt nicht, ich solle mit meinem Mann sprechen, dass habe ich bereits getan. Die Eier sind wohl auf Wanderschaft.

Mitleid oder „du tust mir leid…“ will ich nicht. Ich möchte euch nur erzählen, wie es bei mir aussieht. Wie mein Leben seine Gänge macht. Vielleicht haue ich gerade alles ordentlich in den Sand, oder verschwende meine Zeit. Wer weiß dass schon so genau? Wo liegen meine Talente? Kann ich etwas? Dass frage sicher nicht nur ich mich, sondern viele andere da draußen auch. Die Lösung kenne ich nicht. Was ist der Sinn des Lebens, hach, darüber wollen wir hier besser nicht nachdenken.

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10 Gedanken zu “***BEKENNTNIS***

  1. Hey meine Süße,

    dass du was drauf hast, das wissen alle, die deinen Blog lesen. 😉 Nicht jeder macht sich so viele Gedanken darüber, was in der Welt abgeht und wie man die Dinge besser gestallten könnte, wie du es tust. Die meisten bekommen das überhaupt nicht mit!

    Wir leben in einer unglaublich spannenden und zugleich turbulenten Zeit und ja ich kann deine Gedanken bzgl eines verschwendeten Lebens komplett nachvollziehen – mir geht es nicht anders und wenn ich an die Zukunft denke, nun das tue ich lieber nicht…

    War es vorherigen Generationen noch möglich Karriere zu machen, sich ein Haus zu kaufen und trotzdem noch in den Urlaub zu fahren, scheinen diese drei Dinge für uns immer mehr zu entfernten Träumen zu werden. Wirtschaftskriese hier, Arbeitsplatzkürzungen dort, selbst anspruchsvolle Jobs werden mit Mindestlohn abgespeißt und trotzdem steigen die Kosten für alles in die Höhe und von Rente, nun davon brauchen wir nicht sprechen, denn die wird unsere Generation nicht mehr bekommen…

    Bei so viel Druck ist es nicht verwunderlich, dass viele aufgeben, komisch werden oder sich letztendlich komplett zurückziehen. Das macht das mit Freunde finden auch etwas schwerer (davon abgesehen, dass die meisten sowieso nur noch auf ihr Handy starren und sich nicht mehr für ihre Umwelt interessieren).

    Vielleicht müssen wir unsere Ansprüche zurückschrauben, alte Werte aufgeben, die offensichtlich nicht mehr zählen und einen neuen Weg finden, um mit dieser Welt klar zu kommen?

    Bis dahin, gib nicht auf, mach dein eigenes Ding, erfreue dich an den kleinen Sachen des Lebens und denke niemals, dass du komisch seist – es ist die Welt, die komisch geworden ist.

    Fühl dich gedrückt!!!

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    1. Wie lieb von dir, es ist schön wieder von dir zu hören, echt. Wahrscheinlich wird jeder so selbst kritisch mit sich umgehen, wie ich es mache. Andere Themen fallen mir gerade sowieso nicht mehr ein, oder scheinen mir total unwichtig oder nicht erwähnenswert. Vorhin habe ich angefangen mein Rezept „Karamell Muffins und Bolognese“ zu fotografieren und wollte dies online stellen. Aber im ernst, es gibt wirklich wichtigeres.
      Dass ich wohl niemals ein Eigenheim besitzen werde ist gar nicht mal so schlimm.

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      1. Wir werden auch dazu erzogen immer die negativen Seiten an uns selbst zu sehen, sonst würden andere Leute ja nichts zu meckern haben. 😉
        Man wird selten ermutigt sich auf seine Stärken zu konzentrieren und davon hast du viele! 🙂
        Karamell Muffins und Bolognese klingt irgendwie abgefahren. Bin schon auf das Foto gespannt!!!

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  2. Ich finde es vor allem extrem mutig, dass du das überhaupt schreibst! Viele Menschen denken genauso, trauen sich nur nicht, ihre Unzufriedenheit konkret zu benennen. Ich habe größten Respekt vor dir, dass du damit so offen umgehst! Und vielleicht ist das ja auch gerade der richtige erste Schritt… ansonsten schließe ich mich meinen Vorrednern an, bleib du selbst, das ist schon toll genug (und verrückt sind wir alle ein kleines bisschen, aber das heißt noch nicht, dass wir komisch sind!)! 🙂

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  3. Also Männer können für sich selbst sorgen. Das klappt in 99% aller Fälle. Das die Ernährung dann nicht Gesund ist muss jedem klar sein. Wichtig ist das du dir eine Freundin suchst sonst gehst du ein wie eine Primel. Frauen können nämlich nicht alleine sein (siehe Gang zur Toilette). Aber Kopf hoch es könnte schlimmer sein

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  4. Der Sinn des Lebens? – Lebe! Tu was dir gut tut. Wozu brauchst du Freunde? Mit Menschen die ähnlich ticken kannst du dich hier austauschen. Du willst mit deinen Freunden ins Kino? – Geh alleine. Du willst trainieren und willst nich alleine gehen? – Tu es trotzdem. Tu alles was du tun willst, zur Not alleine. Anfangs ist das ungewohnt, doch mit der Zeit wird es zur Selbstverständlichkeit. Und wenn du tust was du gern tust, lernst du automatisch Menschen kennen, welche die selben Interessen haben….

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