Fragen die das Leben bringen … | Cuty dreht durch.

Die letzten Tage hatte ich frei, und hab mich mehr oder weniger dem Haushalt gewidmet. Meine Autokorrektur meldet sich bereits dass zweite mal, während ich diesen Text hier schreibe und gar nicht weiß wie dieser endet und vor allem was ich euch mitteilen möchte.

Meine Uhr zeigt nun kurz nach eins in der Nacht an, und ich bin bei weitem noch nicht bereit schlafen zu gehen. Da ich derzeit an einer privaten Leserunde teilnehme, kann ich mich auch ganz gut beschäftigen. Wobei Langeweile eigentlich bei mir nicht aufkommt. Damit will ich gar nicht mal sagen, dass mein Terminplaner so ausgebucht ist, dass ich keine Zeit hätte – ich habe einfach nur keine Lust irgendwas zu machen, was mich aus dem Haus treiben würde. Lesen, backen und Kochen, dass bereitet mir in letzter Zeit am meisten Freude. Natürlich muss ich mich gerade in der Phase der Krankheit meiner beiden Katzen vermehrt um die Hygiene ihrer Toiletten kümmern, aber dies beansprucht nun wirklich nicht den ganzen Tag.

Tja, nun sitze ich hier und höre wie so oft wenn ich mich an einem neuen Beitrag versuche Alanis Morissette. Schräg oder? Aber irgendwie fühle ich mich bei der Musik total frei und ungebunden, als wäre ich gar nicht im jetzt und hier. Und somit wären wieder bei meinem Thema Nummer eins. Im Teenager – Alter, hat man verzweifelt seine Stellung in der Gesellschaft gesucht. Wer bin ich? Was will ich sein? Bla bla bla... Dass kennen wir wohl alle. Aber ich habe dass Gefühl nie aus der Position raus gekommen zu sein. Zugegeben jammer ich sehr … (wirklich sehr) viel. Wenn es ein Preis für die Weltbeste Jammerin geben würde, hätte ich bestimmt schon hunderte Pokale hier rumstehen. Weitere Aufmunterungen brauche ich auch nicht – Mitleid bekommt man einfach, aber den möchte ich nicht. Wieso auch? Ich bin gesund, habe zwei gesunde Beine und Arme.

Aber irgendwie möchte ich etwas können, etwas, womit ich andere glücklich mache und selbst meinen Alltag gut bestreiten kann. Keine Arbeit wo ich jeden Tag ’nen Kragen kriege, wenn ich daran denke wieder los zu müssen. Ganz ehrlich weiß ich auch gar nicht wo mein Problem ist.

Ich bin so genervt von mir, von meiner Umgebung, von meinen Mitmenschen und nicht zuletzt habe ich dass Gefühl einfach auf kompletter Linie versagt zu haben. Meine Katzen sind krank, ich wohne in einer wirklich kleinen Wohnung, in einer Stadt die ich nicht mag. Tag täglich habe ich dass Gefühl mich verstellen zu müssen, um es anderen Recht zu machen – um nicht schräg angeschaut zu werden. Jaja, ich weiß, sei du selbst bla bla … ich kann es nicht mehr hören. Ich kriege die Kriese bei jedem gut gemeinten Rat, in mir brodelt ein heißer Kessel, ich habe dass Gefühl irgendwann einfach meine Brocken zu schmeißen und gehen zu müssen.

So viele dumme, ignorante Menschen in meiner Umgebung. So engstirnig, verbissen und komplett Weltfremd. Geht’s noch? Dass frage ich mich wirklich minütlich, wenn ich meine Schuhe anziehe und in die Welt spaziere. Man sieht Teenies die qualmen, ihren Dreck überall hinwerfen (ja, vielleicht war man damals selbst nicht besser). Menschen die grimmig schauen, unnötig Sprüche drücken – verschlossen durch die Welt laufen.

Eine gute Anekdote dazu. Samstag, als ich meine letzte Schicht hatte, hatte ich zwei Kunden an der Kasse die mir bis heute nicht aus dem Kopf gegangen sind.

Einer alten Dame (die nicht mehr sprechen konnte und ein Gerät am Hals hatte, mithilfe dessen sie sprechen konnte), wurde im Laden die Geldbörse geklaut – von einem Mann. Die Oma war erst bei der Bank gewesen und ihre komplette Rente hat sie zudem auch noch abgehoben. OHNE WORTE.

Zum Ende meiner Schicht, hatte ich einen Mann mittleren Alters an der Kasse. Ich bediente ihn wie üblich und fragte ihm nach den Kassenbon. Er nahm diesen, zerknüllte ihn in seiner Hand und schmiss ihn demonstrativ vor meinen Augen auf den Boden, er schaute mich dabei DIREKT an!!!

Wie erniedrigend. Auch wenn es nur ein Kassenbon war, aber muss dass sein? Muss ich mich von meinem Chef rund machen lassen, wenn ich, wenn er mich anruft nicht abnehme? Oder zu langsam auf Arbeit bin, etwas falsch mache oder statt nach 6 Stunden Kasse, nichts anderes mehr heraus bekomme als ein monotones „Hallo und schönes Wochenende wünsche ich Ihnen„?

Was ich Freunden oder bekannten rate, wenn sie mit Problemen zu mir kommen – gar nichts. Ich habe keine Freunde mehr. Mich nerven alle, einfach jeder alle und überall. Ich bin froh wenn ich meine Ruhe habe. Durch meine Fitti – Mädels habe ich echt super Mädels kennen gelernt, und bin auch froh diese zu kennen. Ich habe einfach die Energie verloren, mich mit anderen zu beschäftigen, ständig dasselbe bla bla bla und dann meldet sich einer der beiden Parteien sowieso nie wieder. Weswegen dann Kontakte pflegen? Dann lese ich lieber, koche oder backe, verbringe Zeit mit meinem Freund und meinen Katzen. Ja, ich glaube auch, dass ich langsam zur Katzen Oma werde.

Alles in meinem Kopf besteht aus einem großen Fragezeichen, ein großes BLA BLA, welches auf der Suche ist endlich etwas zu finden was mir Freude bereitet. Ich möchte mich nicht zur Arbeit quälen. Ich möchte kreativ sein, und vor allem nicht Akkord arbeiten müssen. Hach.

Mein Bla bla bla habe ich für heute abgelassen. Alanis Morissette ist nun auch einmal durchgelaufen. Ich werde mich wieder meinem Buch widmen.

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4 Gedanken zu “Fragen die das Leben bringen … | Cuty dreht durch.

  1. Hi Cutty,

    die Phase nennt sie „Weltschmerz“ … und ich finde den Namen äußerst passend. Diesen hatte ich vor ca. 3 Wochen an einem Wochenende. Ich stellte mir ähnliche Fragen. Was tute ich hier? Mache ich das beste aus meinem Leben? Wie soll meine Zukunft ausschauen? Dabei bin ich 20 Jahre älter als du. Mir läuft also schon fast die Zeit davon *Ironie*
    Leider kann dir dabei niemand wirklich helfen. Ich zB kann dir vielleicht einen Tipp geben, wie ich mich aus diesem Sumpf herausgezogen habe.
    Dieses Abkapseln von der Welt ist schon irgendwie das Zeichen einer Depression und dabei musst du dir professionell helfen lassen. Das solltest du nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wenn du dir einen guten Therapeuten gesucht hast, dann können sich dabei viele Dinge wieder zurecht rücken.
    Ich wünsche dir Durchhaltevermögen und Kraft für die Zeit. Du kannst mich auch gerne mal anschreiben.

    lg
    Marie

    Gefällt mir

    1. Hey Marie,
      danke für deine Worte. Vor allem dass du den Weg auf meinem Blog gefunden hast.
      Weltschmerz drückt es wohl ganz gut aus, dieses Wort, der Begriff war bisher eher unbekannt.
      Wenn nicht die Arbeit wäre, die fremden Menschen und überhaupt die Aussenwelt, würde ich mich eigentlich ganz gut fühlen.

      Gefällt 1 Person

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