Mein Leben als Schwein

Tiere sind meine Freunde – nicht mein Essen.

Hallo, mein Name ist Horst. Ich bin ein Schwein und lebe in einem kleinen Stall. Anders habe ich es nie kennen gelernt, meine Mama hatte ich nur 5 Wochen an meiner Seite.Sie hat mir bereits erzählt wie grausam das Leben hier drin ist und sie nicht wüsste wieso die Menschen so gemein zu uns sind – immerhin sind wir doch nur Tiere. 

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Quelle: Tierschutzbund.de

 

Wir sind nicht doof und Gefühle haben wir auch. Meist Leben wir in einer Herde von bis zu 30 Schweinen. Am liebsten würden wir in einem eng bewachsenen Wald leben und jeden Tag mit unserem Rüssel nach Pilzen, Larven oder anderen essbaren leben. Wieso wir hier sind, kann uns keiner sagen.

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Quelle : Tierschutzbund.de

Seid Monaten stehe ich hier mit 5000 anderen Freunden* auf engsten Raum. Unter mir ist ein blöder harter Boden, und zwischendurch sind auch kleine Schlitze – die tun mir ziemlich weh an meinen Füßen. Eigentlich stört mich das auch ziemlich, ich liebe es zwar mich im Schlamm zu wälzen, aber auf Sauberkeit legen wir doch großen Wert. Als meine Mama noch da war, hat sie mich immer mit ihrer Schnute geputzt.

Wenn ich mal Pipi oder ein Häufchen machen muss fällt es einfach durch die Schlitze. Aber schlafen muss ich dann trotzdem an der selben Stelle. Viel Platz habe ich auch nicht … 0,75qm² steht mir als Schwein mit 50 – 100 Kilo zu. Viel ist das nicht. Ich kann mich nicht drehen, suche die Sonne die es geben soll. Gesehen habe ich sie noch nie.

Die Menschen die mir ab und zu Futter auf den dreckigen Boden schmeißen, erzählen immer viel von der Welt da draußen.

Das schlimme ist, dass wir ständig mit Antibiotika gefüttert werden damit wir nicht krank werden. Das Risiko hier zu erkranken ist viel höher als in freier Natur. Ich habe auch schon Freunde gesehen, die abgebissene Schwänze oder Ohren hatten weil ein anderes Schwein einfach zuviel Hunger hatte.

Nun ist der Tag gekommen, ich bin ein halbes Jahr alt. Endlich werde ich abgeholt, vielleicht sehe ich jetzt endlich mal die Sonne und komme an einem besseren Ort. Mir tut der Bauch ganz schön weh, meine Beine und mein Ohr wurde mir abgebissen. Der Mann mit dem Hänger sieht ziemlich genervt aus.

Ich habe Angst, ich will da nicht rein. Es ist so eng, wo komme ich hin? 

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Das Ende von Horst. Sein Leben war kurz und qualvoll. Und für was?

*Die meisten Mastschweine leben mit 1000 bis 5000 Tieren auf engsten Raum.

 

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