[Rezension] Hinter dem Blau – Alexa von Heyden

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  • Erscheinungsdatum: 15 April 2013
  • Seiten: 208
  • Einband: Softcover
  • ISBN: 978-3-944-29603-6
  • Verlag: Eden Books
  • Preis: 12,95€
  • !!!SPOILER GEFAHR rot markiert!!!

 

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Ich bin jetzt 25 Jahre alt und habe keinen Schimmer, wer ich bin. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht weiß, wer mein Vater eigentlich war. Das Problem war mir vorher nicht so bewusst, aber dann ist etwas passiert und das war so, als hätte mir jemand einen Kübel Eiswasser ins Gesicht gekippt.<

Die fröhliche Studentin Sunny schreibt ihre Abschlussarbeit zum Thema „Lebenslust und Lebensmüdigkeit – der Selbstmord als Kulturphänomen“. Was niemand weiß: Sunnys Kindheit wurde von einer Tragödie überschattet. Als sie fünf Jahre alt war, beging der manisch – depressive Vater Selbstmord. Zwanzig Jahre nach seiner Tat sichtet sie den Nachlass des Vaters und beschäftigt sich erstmals intensiv mit seiner Geschichte und den Motiven für seine Tat. Was sie dabei entdeckt, schockiert Sunny, hilft ihr aber auch, ihm zu vergeben. Energisch packt sie ihre Zukunft an.

Hinter dem Blau handelt von dem schweren Thema Selbstmord und nimmt den Leser doch so leicht an die Hand wie eine gute Freundin, die zuhört, kein Urteil fällt und einen nie alleine lässt. Ein kluges und wahres Buch

Zitat: Marlene Sorensen, Süddeutsche Zeitung und spruced.us

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Vor langer Zeit habe ich über das Buch und dem schweren Thema gehört. Würde mich einer fragen wo, könnte ich dies nicht beantworten. Umso länger musste ich nach dem Titel des Buches suchen. Als ich es dann endlich gefunden habe, hat es noch längere Zeit in meinem Bücherregal gestanden.12966854_10208971880761521_1569069955_n.jpg

Ich hatte lange bedenken, dass mich dieses doch heftige Thema runterziehen würde, und ich tagelang an nichts anderes denken könne als Selbstmord und Depressionen. Zugegeben, wer von uns ist in der heutigen Zeit nicht oft mal schlecht gelaunt (wobei schlecht gelaunt und Depressionen ein Unterschied ist, der mir bewusst ist), oder hat nicht sogar einen Fall von Suizid oder manisch Depressiven Menschen in seinem Umfeld.

Die Geschichte von Alexa von Heyden, die auf einer wahren Lebensgeschichte beruht, hat mich zu tiefst berührt und nachdenken lassen. Wie schlimm muss es für ein Kind sein, seinen Vater zu verlieren und zudem noch selbst aufzufinden? Man kann es nur erahnen.

Helena war 5 Jahre alt als ihr Vater sich das Leben an einem schönen Sommertag nahm. Ihre Schwester 4 Jahre alt. Ihre zwei Brüder werden im Buch nur am Rande erwähnt – das Alter allerdings nicht genannt. An dem besagten Sommertag, ging die Mutter und Ehefrau mit Caro – ihrer kleinen Schwester – einkaufen. Die Söhne waren beim Fußball. Als der Vater mit Helena im Garten saß, ging er plötzlich rein … er nahm sich das Leben. Qualvoll, mit einem Skalpell. Da er Arzt ist, wusste er ganz genau wie er sich richtig umbringt, damit keine Chance mehr auf Rettung besteht. 

Als wäre die ganze Geschichte nicht schon schlimm genug, entdeckt Helena ihren röchelnden Vater noch im Keller. Das röcheln hat sie in ihrem Alter anders wahrgenommen und dachte es wäre ein Drache, den sie sich schon solange gewünscht hatte … bis sie ihm Blut ihres Vaters im Keller stand.

Einige Zitate aus dem Buch haben mich total umgehauen. 

„Sie wollten doch nur Leben“, in Verbindung mit manisch – depressiven. 

Den Zusammenhang versteht man erst im ganzen. Es wäre zuviel, wenn ich es erklären würde. Die Spannung wäre raus. Weitere interessante Anekdoten werden im Buch auch beschrieben, von ihrem Großvater der nach der Nachkriegszeit sich ebenfalls das Leben nahm.

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Eine interessante und dennoch traurige und tragische Lebensgeschichte einer Frau, die in meinem Alter ist. Es ist kaum zu fassen, wie viel Leid ein Mensch ertragen muss.

Ich finde es schön, dass nicht nur die negativen Seiten an ihrem Leben erzählt wurden, sondern auch die positiven. Wie sie nach der Tragödie weiterlebt, wie sie diese verarbeitet und vor allem, wie sie Vertrauen findet und lieben lernt.

5 von 5 Sternen.

Ich kann es jedem empfehlen, der sich für Suizid, Selbstmord – wie man es nennen mag – interessiert.

 

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